Simons Geburtstag

 

Wir kommen mit leeren Händen, mit nichts als Atem und Licht.

 

Nackt vor der Schöpfung, ein reines Sein, ein unbeschriebenes Lied.

 

Kein Besitz, kein Name, keine Schuld, keine Last –

 

nur das Pochen des Herzens, das Flüstern der Seele, die Lebendigkeit des Lebens.

 

 

 

Und dann sammeln wir – Worte, Titel, Geschichten, Ängste.

 

Wir häufen an – Dinge, Erwartungen, Sicherheiten, Mauern.

 

Wir halten fest – an Menschen, an Meinungen, an dem, was wir zu brauchen glauben. Wir glauben, wir hätten irgendwas geschafft, gelöst, geheilt, die Vision umgesetzt. Wir sehen andere in deren Erfolg und wünschen es uns auch.

 

Doch all das ist Staub, Tanz im Wind, ein ewiger Kreislauf, der nie stehen bleibt.

 

 

 

Denn am Ende dieses Lebens lassen wir alles das zurück.

 

Keine Münze, kein Haus, kein Ruhm, kein Schmerz geht mit uns. Selbst den Körper geben wir der Erde wieder zurück.

 

Nur das, was wir pur sind, bleibt –

 

die Liebe, die wir waren, die Wahrheit, die wir gelebt haben, die Spuren, die unsere Energie hinterlässt.

 

 

 

Also sage mir: Was gibt es zu verlieren?

 

Angst? Vor was?

 

Vergangenheit? Sie ist bereits verweht.

 

Sicherheit? Sie war nie echt.

 

 

 

Lass los. Atme tief. Lebe ganz.

 

Du hast nichts zu verlieren – außer dich selbst.

 

Und du hast alles zu gewinnen – vor allen dich selbst.

 

 

 

von Priska Maria Broese

 

 

 

 

 

Heute ist wieder Simons Geburtstag, der 32ste.

 

 

 

Er starb mit 24 Jahren am Eisgrat, zusammengeleint mit Leonie und dem gemeinsamen Kletterfreund Stefan.

 

 

 

Es wird immer DEIN Geburtstag sein.

 

Und ich spüre Eure Präsenz, Euren Segen, die Nähe, die anders ist als von jemandem, der irisch da ist.

 

Voller Dankbarkeit ist mein Herz für die ungezählten Momente, die wir zusammen verbrachten.

 

 

 

Täglich wird dein Buddha mehrfach geehrt, den dir Leonie ausgesucht hat auf der Messe in Baden-Baden, auf der wir viele Jahre zusammen waren und das Miteinander genossen, die gleichen Schönheiten bewundernd, diese Mama-Tochter-Momente, die es nicht mehr gibt und mit meinen Jungs nie geben wird.

 

 

 

Da ist Trauer, Bedauern, Schmerz, doch vor allem tiefe Dankbarkeit in all dem und für all das, was war und immer sein wird.